Neues Preisdumping im Lebensmitteleinzelhandel verhindern!

Aldi Süd hat Anfang Mai die Preise für Trinkmilch um bis zu zwölf Prozent gesenkt. Die Kontraktabschlüsse für die nächsten sechs Monate gelten als Orientierungswert für die gesamte Lebensmittelbranche, so dass EDEKA, REWE und Lidl mit Preissenkungen durchaus nachziehen können. 

Bundestagsabgeordneter Axel Knoerig, Berichterstatter für die Milchwirtschaft im Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Energie: „Die neuen Trinkmilchabschlüsse dürfen nicht wieder zu einer Abwärtsspirale der Milchpreise führen. Am Ende darf nicht wieder der Milchlandwirt das Risiko mit einem weiter sinkenden Milchauszahlungspreis tragen."

Zurzeit führen große Milchmengen auf dem Weltmarkt und hohe Butterpreise zu einer Senkung des Rohmilchpreises, die in der Wertschöpfungskette an den Verbraucher weitergegeben werden. Knoerig warnt: „Wenn sich zeigen sollte, dass sich Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel bei den Preisverhandlungen vor dem Hintergrund hoher Milchmengen wieder unterbieten und das zu Preisdumping führt, muss das Bundeskartellamt einschreiten. Das eingestellte Verfahren gegen das Deutsche Milchkontor steht exemplarisch dafür, dass das Bundeskartellamt ein Verfahren bei Marktabsprachen jederzeit wieder aufnehmen kann.“ 

Knoerig appelliert an die Milchgenossenschaften, den Dialog über bessere Wettbewerbsbedingungen auf dem Milchmarkt fortzusetzen und nicht in Besitzstandswahrung zu verfallen: „Die bisher erreichten Wettbewerbsverbesserungen wie Lockerung der Kündigungsfrist, Verträge mit Mengenbegrenzung, Festpreismodell und Flüssigmilchkontrakte an der Leipziger Börse EEX sind ein wichtiger Schritt, reichen aber bei weitem noch nicht aus. Die Milchmengensteuerung muss mit mehr Wettbewerb verbunden werden, auch unter den Milchgenossenschaften. Die Verträge mit dem Einzelhandel müssen transparenter sein. Auch die Andienungspflicht darf kein Tabu sein. Wir müssen aus dem Dilemma herauskommen, dass am Ende wieder der Staat die letzte Instanz ist, die Stützungsprogramme für die Landwirtschaft aufstellt. Ich fordere alle Marktakteure auf, weitere Anstrengungen zur Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen zu unternehmen.“