Zum Antrag Thüringens für SuedLink-Trasse durch Hoya: Tennet verschiebt Bekanntgabe - Chancen gering

Bundestagsabgeordneter Axel Knoerig berichtet zum Antrag Thüringens an die Bundesnetzagentur, eine Variante der SuedLink-Trasse durch die Samtgemeinde Hoya zu prüfen: „Der Netzbetreiber Tennet TSO informierte die Bundestagsbüros in dieser Woche, dass der Termin zur Bekanntgabe der Ergebnisse der Bundesfachplanung verschoben worden ist. Ursprünglich war eine Pressekonferenz zu Thüringens Vorschlag für den 20. November 2017 vorgesehen. Jetzt wurde diese Bilanzkonferenz in den kommenden Monat verlegt.“

Wie die heimische Presse Mitte August berichtet hatte, brachte der Freistaat Thüringen bereits im Mai eine eigene Trassenvariante in die Bundesfachplanung der Bundesnetzagentur ein. „Der Verlauf ist identisch mit einer Freileitungstrasse durch Hoya, die Tennet bereits 2016 in der Planung aufgegeben hat“, erklärt Knoerig. „Allerdings schlägt Thüringen hier nun eine Erdverkabelung vor. Dennoch sind die Chancen auf eine Freigabe durch die Bundesnetzagentur eher gering, denn die Planungskriterien für Erdkabel sind ganz anders als für Freileitungen und passen damit kaum zum selben Trassenverlauf.“

Nach dem Erdkabelgesetz des Bundes von 2016 musste Tennet für SuedLink zwischenzeitlich eine völlig neue Raumordnungsplanung vornehmen. Knoerig erläutert: „Erforderlich ist nun eine komplette Erdverkabelung, die zu einer Verlegung der Haupttrasse nach Osten geführt hat. Damit berühren alle übrigen der Bundesfachplanung vorliegenden SuedLink-Trassenpläne den Landkreis Nienburg gar nicht mehr.“

Der Abgeordnete, Mitglied im Bundestagsausschuss für Energie, betont: „Die SuedLink-Trasse hat nichts mit der 380-kV-Ertüchtigungsleitung von Stade nach Landesbergen zu tun, die durch Hilgermissen und Hoya verläuft.“ Zum aktuellen Sachstand dieses Themas hatte Knoerig sich bereits Mitte September mit Hoyas Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer und weiteren Kommunalpolitikern ausgetauscht.