Arbeitnehmergruppe tauscht sich mit GDL-Chef Claus Weselsky aus

Wenn in Deutschland Arbeitskampf herrscht, dann ist es in erster Linie eine Angelegenheit der Tarifpartner. Dennoch schauen Politik und insbesondere der Sozialflügel der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bei den aktuell wiederkehrenden Bahnstreiks nicht weg: So habe ich als Arbeitnehmergruppen-Vorsitzender in dieser Woche den Vorsitzenden der Lokführer-Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky, zu einem informativen Austausch in den Deutschen Bundestag eingeladen; mehrere meiner Fraktionskolleginnen und -kollegen waren mit dabei.

Die Hintergründe des gegenwärtigen Arbeitskampfes sind sehr komplex, vieles ist das Resultat einer jahrelangen Entwicklung und gelangt gar nicht erst an die Öffentlichkeit. Deshalb war es uns als Arbeitnehmergruppe wichtig, einen tiefergehenden Eindruck von den Streik-Motiven der Gewerkschaftsseite zu erhalten.

Wir Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU-Fraktion haben den GDL-Chef hinsichtlich der volkswirtschaftlichen Verluste und der besonderen Herausforderungen für die Pendler, die durch den Arbeitskampf zwischen der Lokführer-Gewerkschaft und der Deutschen Bahn entstehen, sensibilisiert. Gleichzeitig ist für mich ganz klar, dass das Streikrecht politische Tabuzone bleiben muss: Es ist das wichtigste Instrument, damit sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf Augenhöhe begegnen können.

Viel dringender brauchen wir Investitionen in die Infrastruktur der Deutschen Bahn. Zu großer Verschleiß sorgt in einem stark strapazierten Schienennetz nämlich für zu viele Verspätungen. Diese gehen einher mit mehr Überstunden für die ohnehin schon unter großer Belastung stehenden Lokführer, deren Zahl außerdem stetig abnimmt. Dass die Bahn-Vorstände trotz sinkender Zuverlässigkeit Boni in bis zu siebenstelliger Höhe für das Jahr 2022 erhalten sollen, ist den Gewerkschaftsmitgliedern darüber hinaus schwer zu verkaufen. 

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