
Bauen wieder in Bewegung bringen!
Die Bauwirtschaft ist ein bedeutender Stabilitätsfaktor für unsere Volkswirtschaft. Deshalb bin ich als stellvertretender Vorsitzender des Bauausschusses froh, dass wir dem kürzlich beschlossenen „Bauturbo“ bereits wichtige Weichen für schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und mehr Tempo beim Bau- und Planungsrecht gestellt haben. Doch das allein schafft noch keine neuen Wohnungen. Jetzt müssen wir auch auf der praktischen Seite nachlegen und gezielt Impulse setzen, damit wieder mehr gebaut wird.
Um genehmigte, aber aufgeschobene Vorhaben anzustoßen, halte ich es deshalb beispielsweise für sinnvoll, EH55 für einen befristeten Zeitraum wieder förderfähig zu machen – wie im Koalitionsvertrag vereinbart. Denn wir sehen: Zu viele Bauherren verschieben derzeit ihre Investitionsentscheidungen. Eine zusätzliche Förderung könnte an die Bedingung geknüpft werden, dass das Gebäude zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien beheizt wird. So schaffen wir Klimaschutz, ohne die Hürden unnötig hochzuschrauben. Die jüngsten Vorschläge der Bauwirtschaft für ein „EH55-plus“-Modell mit regenerativer Heizung gehen in eine ähnliche Richtung.
Private Bauherren und Familien sind das Rückgrat des Wohnungsbaus. Sie brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und gezielte Unterstützung. Deshalb sollte das Programm „Wohneigentum für Familien“ zügig weiterentwickelt werden: Ab dem Haushalt 2026 gilt es, die Mittel wieder aufzustocken und gezielt in den Neubau zu lenken. Die aktuellen Einkommensgrenzen schließen viele Familien aus – sie gehören abgeschafft. Und der Förderstandard ist so zu gestalten, dass die Effizienzmehrkosten nicht sämtliche Zinseinsparungen auffressen.
Auch die KfW-Förderarchitektur gehört auf den Prüfstand. Der Mittelabfluss bleibt bislang zu gering, weil die Anforderungen zu hoch, die Verfahren zu bürokratisch und die Programme zu unübersichtlich sind. Was wir brauchen, ist ein transparentes, modular aufgebautes System: eine solide Basisförderung mit attraktiven Zinskonditionen, ergänzt um Bonuskomponenten für besonders nachhaltige oder innovative Projekte.
Klar ist: Die Bauwirtschaft ist von Natur aus träge. Und wenn wir nicht jetzt handeln, verlieren wir dringend benötigte Kapazitäten. Wenn Baufirmen und Zulieferer erst vom Markt verschwunden sind, ist es zu spät. Deshalb braucht es ein konzertiertes Vorgehen, das Vertrauen zurückgewinnt und wieder Bewegung in den Markt bringt.
Gemeinsam mit Bauministerin Verena Hubertz und den Partnern in der Koalition möchte ich dazu beitragen, dass wir endlich ins Handeln kommen – für mehr Wohneigentum, mehr Wohnraum und eine starke Bauwirtschaft!