Quelle: www.bundestag.de

Bundestagsrede zu Trump, Brexit und Folgen für Wirtschaft: „Wir brauchen einen digitalen Ruck im Land!“

Trump, Brexit, Populismus, EU-Neuausrichtung – zu diesen aktuellen Stichworten nahm der heimische Abgeordnete Axel Knoerig heute im Bundestag Stellung. Im Rahmen einer Debatte zum Jahreswirtschaftsbericht 2017 hielt er fest, dass die deutsche Wirtschaft weiter wächst, aber die Dynamik aufgrund der genannten Entwicklungen an Stabilität verlieren kann. Als Berichterstatter für digitale Wirtschaft machte er sich besonders für die Digitalisierung von vier zukunftsrelevanten Bereichen stark: Infrastruktur, Bildung, Mittelstand und Verwaltung. Knoerig: „Wir müssen den Ausbau von Breitband und Mobilfunk beschleunigen. Auf dem Weg zur Gigabit-Gesellschaft dürfen wir uns nicht mit 50 Megabit zufrieden geben.“In seiner Rede fasste Knoerig die gute Wirtschaftslage hierzulande zusammen: „Die Arbeitslosigkeit liegt mit 6,1 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Wir haben eine Rekordbeschäftigung von über 43 Millionen Menschen, die Gehälter steigen und auch der private Konsum. Die Start-up-Szene wächst deutschlandweit.“ Er ging auch auf die unterschiedlichen Prognosen für einzelne Branchen ein, wie die für Niedersachsen relevante Automobilindustrie, und sprach hier den zunehmenden Protektionismus an: „Der Sinn für die Welthandelspolitik nimmt in Öffentlichkeit und Fachkreisen stetig ab. Dabei brauchen wir offene Märkte, denn gerade diese Offenheit treibt die wirtschaftliche Dynamik an! Und wir als Exportnation haben gerade ihr unseren Wohlstand zu verdanken.“

Um auch in Zukunft gut aufgestellt zu sein, rief Knoerig, Mitglied im Wirtschaftsausschuss, dazu auf: „Angesicht komplexerer Rahmenbedingungen müssen wir die Märkte und Branchen kontinuierlich und vor allem intensiver beobachten. Und wir brauchen einen digitalen Ruck in unserem Land! Wir müssen den Unternehmen verständlich machen, wie wichtig private Investitionen im IT-Bereich sind. Ebenso brauchen wir mehr öffentliche Investitionen im IT-Bereich. 14 Prozent sind zu wenig!“ Im Detail listete er auf, dass mehr in IT qualifizierte Lehrkräfte (auch Quereinsteiger), mehr Informatik-Studiengänge, mehr digitale Ausbildungsangebote („Berufsschule 4.0“) und mehr Risikofreudigkeit bei innovativen Geschäftsmodellen gerade im Mittelstand gefragt seien.

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