Maßnahmenvorschläge zur Verbesserung der Versorgung mit Holzprodukten und anderen Baustoffen und Vorprodukten

Aus dem Runden Tisch mit Bauwirtschaft, Bauhandwerk und Holzwirtschaft vom 19. Mai 2021

Maßnahmen:

  • Die Einschlagsbegrenzung für Fichtenholz wird schnellstmöglich aufgehoben bzw. ausgesetzt. Die Steuererleichterungen für Waldbesitzer nach § 34b Abs. 5 EstG werden im Wege eines Erlasses fortgeführt.
  • Im Rahmen von öffentlichen Bauaufträgen übernimmt die öffentliche Hand eine Vorbildrolle hinsichtlich des Umgangs mit steigenden bzw. volatilen Rohstoffpreisen und Versorgungsengpässen. Neben der Vereinbarung von Preisgleitklauseln in neuen und laufenden Vergabeverfahren (Erlass des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat vom 21. Mai 2021) sollte auch in bestehenden Verträgen der zulässige Spielraum im Rahmen des Haushalts- und Vergaberechts ausgeschöpft werden, um Preiserhöhungen in der Beschaffung von notwendigen Baustoffen soweit wie möglich auszugleichen.
  • Gleichzeitig ist ein Verzicht auf Konventionalstrafen sinnvoll, wenn die Rohstoffknappheit kausal für die verzögerte Leistung ist.
  • Zu einer Entlastung wird auch die Nutzung von lediglich verfärbtem, aber bautechnisch zulässigen Kalamitätsholzes führen. Das wegen nationaler und europäische Baustandards bislang nicht nachgefragte Holz wurde vor allem exportiert. Dort, wo es bautechnisch unbedenklich ist, müssen entsprechende Normen und Standards angepasst werden. 
  • Zusätzlich zur Verbesserung der Versorgung mit Holz und Holzprodukten aus heimischem Anbau, werden wir uns bei Holz exportierenden Ländern dafür einsetzen, dass internationale Handelshemmnisse abgebaut werden. Gleiches gilt für andere Baustoffe und Vorprodukte.
  • Den Ausbau der Kapazitäten durch die Sägeindustrie ist zu begrüßen. Möglichkeiten zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren sollten umfassend genutzt werden. Um den akuten Engpass in der Bauwirtschaft zu reduzieren, ist eine fortlaufende und ausreichende Versorgung mit Frischholz im Verhältnis zur Verarbeitung von Schadholz von zentraler Bedeutung.
  • Waldbesitzer stehen bei der Vermarktung ihres Rohholzes zunehmend großen Abnehmern aus der holzverarbeitenden Industrie gegenüber. Insbesondere im Bereich der Sägewerke ist der Markt mittlerweile stark konsolidiert. Beide Seiten sollten effizient und gewinnbringend zusammenarbeiten. Nur so kann langfristig die nachhaltige Wiederaufforstung und Waldbewirtschaftung in Deutschland gewährleistet werden.
  • Bei hohen Corona-bedingten Umsatzeinbrüchen bieten Bundesregierung und Länder Corona-Unternehmenshilfen an, die von Unternehmen der Bauwirtschaft bereits in 3 Anspruch genommen werden. Die Bundesregierung hat entschieden, das Programm Überbrückungshilfe III bis zum 30. September 2021 zu verlängern.
  • Mittel- und langfristig müssen wir in der Klimapolitik Themen wie effiziente Waldbewirtschaftung, Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten oder die Nutzungskonkurrenz zwischen stofflicher und energetischer Verwertung stärker in den Blick nehmen. Eine langfristige Versorgung mit dem Rohstoff Holz im Rahmen eines umfassenden Aufforstungsprogramms sowie der Nutzung der Waldressourcen muss sichergestellt werden.
  • Gemeinsam setzen wir uns ein, die Rahmenbedingungen sowohl für die Forstwirtschaft als auch für die Holzwirtschaft zu verbessern, damit Unternehmen des Clusters Holz in ihrer gesamten Breite auch künftig am Standort Deutschland investieren und im globalen Wettbewerb Erfolg haben. Nur durch eine starke Holzwirtschaft werden wir die Versorgung der holzver- und bearbeitenden Industrie, der Möbel- und Papierindustrie und der Bauwirtschaft mit dem Rohstoff Holz sicherstellen können. 

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