Neues Bundesprogramm qualifiziert Tageseltern

Soeben gestartet ist das Interessenbekundungsverfahren für ein neues Bundesprogramm zur Kindertagespflege. Wie der hiesige Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig in einer Pressemitteilung berichtet, können sich interessierte Kommunen bis zum 16. November 2018 dafür bewerben. Das Bundesfamilienministerium will das Programm unter dem Titel „ProKindertagespflege: Wo Bildung für die Kleinsten beginnt“ zum 1. Januar 2019 bundesweit beginnen.

Ausgewählte Kommunen können dabei Fachkräfte nach dem „Kompetenz-orientierten Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege“ (QHB) weiterbilden lassen. Dies sieht eine Qualifizierung von Tagesmüttern/-vätern mit 300 Unterrichtseinheiten vor. Für eine Koordinierungsstelle zur Steuerung der Qualifizierung und Qualitätsentwicklung sowie Personal- und Sachausgaben werden von 2019 bis 2021 bis zu 150.000 Euro pro Jahr bereitgestellt. Antragsberechtigt sind die örtlichen Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe sowie freie Träger, die mit den Aufgaben der Fachberatung Kindertagespflege beauftragt sind.

„Der Bund stellt hohe Mittel bereit, um Ausbau und Qualität der Kinderbetreuung weiter zu verbessern“, so Knoerig, der acht Jahre Mitglied im Bildungsausschuss des Bundestages war. „Um dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz sowie der Wahlmöglichkeit der Eltern bei der Kinderbetreuung nachzukommen, werden alle Angebote wie Kitas, Krippen und Tageseltern gestärkt.“

Im Bereich der Kindertagespflege hat sich in den letzten zehn Jahren viel geändert. So ist die Zahl der Tagesmütter/-väter von ca. 36.000 auf ca. 44.000 bundesweit gestiegen. „Viele Eltern schätzen diese familiennahe Betreuungsform in kleinen Gruppen gerade für die Kleinsten“, so Knoerig. „Allerdings bestehen große Unterschiede, weshalb der Bund die Qualifizierung der Tagespflegepersonen seit 2016 mit Modellprojekten weiterentwickelt. Auch die Rahmenbedingungen sollen verbessert werden, um Anreize für diese Tätigkeit zu schaffen.“

Zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat der Bund in den letzten zehn Jahren über zwölf Milliarden Euro in den Ausbau der Kinderbetreuung investiert. Knoerig kündigt an: „Um flexible, bedarfsgerechte Betreuungslösungen zu schaffen, sind bis 2022 weitere 5,5 Milliarden Euro eingeplant.“

Näheres steht auf https://prokindertagespflege.fruehe-chancen.de. Auch nach der Auswahlphase soll, abhängig von den Haushaltsmitteln, die Interessenbekundung möglich sein. Der Förderbeginn verschiebt sich dann in das Jahr 2019.