Sozialausschuss zu Gast bei der Deutschen Rentenversicherung
In dieser Woche hat sich der Ausschuss für Arbeit und Soziales, dessen stellvertretender Vorsitzender ich bin, zu seinem jährlich stattfindenden Austausch mit der Deutschen Rentenversicherung getroffen.
Im Rahmen unseres Besuchs haben wir uns über aktuelle rentenpolitische Themen ausgetauscht und insbesondere das deutsche mit dem österreichische Rentensystem verglichen. Bei unseren Nachbarn wurde das Beamtentum im Rahmen einer großen Reform vor 20 Jahren fast gänzlich abgeschafft, um staatliche und andere Angestellte gleich zu behandeln. Auch Selbstständige sind in Österreich verpflichtet einzuzahlen. Am Ende sollen Rentnerinnen und Rentner nach 45 Beitragsjahren 80 Prozent ihres durchschnittlichen Lebenseinkommens erhalten - also wesentlich mehr als bei uns.
Das allerdings funktioniert nur, weil in Österreich höhere Sozialbeiträge gezahlt werden und auch der Steuerzuschuss, der aus dem Bundeshaushalt kommt, ungefähr fünf Prozentpunkte höher ist als in Deutschland. Hierzulande setzt man allerdings auch auf die zweite und dritte Säule, also Betriebsrenten und private (kapitalgedeckte) Altersvorsorge - auch weil Deutschland etwas schneller altert als unser südlicher Nachbar.
Wie die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Frau Gundula Roßbach, betonte, wird die gesetzliche Rente bei uns alsbald an ihre Grenzen kommen. Um das Rentenniveau zu halten, bräuchte es demnach einen jährlichen Zuwachs von 400.000 Beschäftigten. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung und der schleichenden Deindustrialisierung, der die Ampel einfach nicht entgegenwirken will, ein herausforderndes Unterfangen.
Trotz der schweren Themen war es ein schöner Abend und wie immer ein sehr informativer, konstruktiver Austausch zwischen allen Beteiligten!
Foto: Deutsche Rentenversicherung