Stellungnahme zum 2. Fachgespräch bei Wintershall am Standort Barnstorf

Gemeinsame Erklärung von MdB Knoerig und MdL Scharrelmann:

Mit der Freigabe der EU-Kartellbehörde wird die Fusion von Wintershall und Dea bis Herbst 2019 vollzogen. 1.000 Arbeitsplätze werden konzernweit gestrichen, davon 800 in Deutschland. Der Wintershall-Standort Barnstorf besteht seit 1955 und wurde durch erhebliche Investitionen kontinuierlich gestärkt. So wurden erst im November 2018 sechs Millionen Euro in ein neues Technologiezentrum investiert. Entgegen der bisherigen Planungen zieht der Konzern aufgrund der Fusion jetzt an dieser Stelle einen Schlussstrich. 

Schätzungsweise 180 der 280 Stellen werden in Barnstorf abgebaut oder zur DEA-Hauptverwaltung nach Hamburg verlagert. Wie viele Stellen tatsächlich gestrichen werden, wurde noch nicht im Detail kommuniziert. Insofern ist aus Sicht der Mitarbeiter bisher nicht zu erkennen, wie sich der eigene Arbeitsplatz weiter entwickeln wird. Allerdings soll nach aktueller Auskunft der Unternehmensleitung eine Entscheidung dazu in zwei Monaten verkündet werden.

Wir begrüßen die von Arbeitgeberseite bereits zuvor angekündigte Entscheidung, keine Entlassungen bis Mitte 2020 auszusprechen, und wir unterstützen die Gespräche mit Arbeitnehmervertretungen von Wintershall Dea und IGBCE, um eine beschäftigtenfreundliche Regelung zu finden.

Fakt ist, dass Wintershall Dea die Unternehmensschwerpunkte nach Norwegen, Ägypten und Mexiko verlagert und das Deutschland-Geschäft langfristig aufgeben wird. Denn es steht fest, dass die Erdgasreserven in Niedersachsen in etwa acht Jahren erschöpft sein werden. Bei Erdöl geht man von etwa zwölf Jahren aus. Das besagt der neueste Bericht des Landesbergamtes vom 27.03.2019.

Axel Knoerig MdB: „Auch wenn die Erdgasförderung ihrem Ende entgegengeht, wird es in den nächsten Jahren eine Stärkung dieser Energiesparte in Deutschland geben. Mit Blick auf den Kohleausstieg hat die Kohlekommission dem Erdgas als Alternative eine steigende Bedeutung zugemessen. Hierbei wird es aber mehr um die Infrastruktur als um die Förderung gehen.“

Marcel Scharrelmann MdL: „Für uns als Politik ist es wichtig, für so viele Beschäftigte wie möglich akzeptable Lösungen zu finden, gerade mit Blick auf Familien und regional verwurzelte Arbeitnehmer. Zudem müssen wir eine Zukunft für die frei werdenden Flächen finden. Damit verbunden ist unsere Hoffnung, mittelfristig neue attraktive Arbeitsplätze zu schaffen.“

Bericht dazu in der heimischen Presse: www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/barnstorf-ort49824/viele-offene-fragen-nach-fusion-12585909.html